Kurztitel
Verordnung:  Erlassung der Prüfungsordnung für die
Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer

Kundmachungsorgan
BGBl.Nr. 366/1988 ST0136
Text
     Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche
     Angelegenheiten vom 28. Juni 1988, mit der die Prüfungsordnung
     für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer erlassen
     wird

  Auf Grund des § 24 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl.
Nr. 142/1969, wird verordnet:

  Für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer wird
folgende Prüfungsordnung erlassen:

                 Gliederung der Lehrabschlußprüfung

  § 1. (1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Schalungsbauer
gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

  (2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände
  a) Prüfarbeit,
  b) Fachgespräch.

  (3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände
  a) Fachrechnen,
  b) Fachkunde,
  c) Werkstoffkunde.

  (4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfling die
Erreichung des Lehrziels der letzten Klasse der fachlichen
Berufsschule nachgewiesen hat.

                Durchführung der praktischen Prüfung

                             Prüfarbeit

  § 2. (1) Die Prüfarbeit hat nach Angabe einschlägige Arbeiten zu
umfassen, wobei folgende Fertigkeiten nachzuweisen sind:
  a) Messen, Anreißen, Anlegen,
  b) Schalen und Herstellen von Bauteilen aus Beton und Stahlbeton,
  c) Versetzen.

  (2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der
Lehrabschlußprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem
Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in fünf
Arbeitsstunden ausgeführt werden kann.

  (3) Die Prüfarbeit ist nach sechs Arbeitsstunden zu beenden.

  (4) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien
maßgebend:
  a) Maßhaltigkeit und Sauberkeit,
  b) fachgerechtes Verwenden der Materialien,
  c) fachgerechtes Verwenden der richtigen Werkzeuge, Geräte und
     Maschinen,
  d) fachgerechte Arbeitsweise.

                            Fachgespräch

  § 3. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission
abzulegen.

  (2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus
zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das
praktische Wissen des Prüflings festzustellen.

  (3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und
den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind
Werkzeuge, Demonstrationsobjekte, Arbeitsbehelfe oder Schautafeln
heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften,
Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind miteinzubeziehen.

  (4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling zumindest 15 Minuten
dauern. Es ist nach 20 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um
höchstens 10 Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der
Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der
Leistung des Prüflings nicht möglich ist.

               Durchführung der theoretischen Prüfung

                       Allgemeine Bestimmungen

  § 4. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie
kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt
werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufs möglich
ist.

  (2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen
Prüfung abzuhalten.

  (3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der
Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu
entsprechen.

  (4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu
kennzeichnen.

                    Fachrechnen und Fachzeichnen

  § 5. (1) Das Fachrechnen hat je eine Aufgabe aus sämtlichen
nachstehenden Bereichen zu umfassen:
  a) Längen-, Flächen- und Rauminhaltsberechnung,
  b) Materialbedarfsberechnung,
  c) Berechnung von Mörtel und Betonmischungen.

  (2) Das Fachzeichnen hat nach Angabe die Anfertigung einer Skizze
zu umfassen.

  (3) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Formeln und Tabellen ist
zulässig.

  (4) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in
75 Minuten durchgeführt werden können.

  (5) Das Fachrechnen und Fachzeichnen ist nach 90 Minuten zu
beenden.

                              Fachkunde

  § 6. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige Durchführung je
einer Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:
  a) Werkzeuge und Geräte,
  b) Arbeitsverfahren einschließlich Baugruben- und
     Rohrgrabensicherung,
  c) Schalungsarten und Schalungssysteme,
  d) Wärme- und Schalldämmung bzw. -isolierung,
  e) Höhenlinien, Waagriß,
  f) Bewehrung,
  g) Gerüste.

  (2) Die Fachkunde kann auch in programmierter Form mit Fragebögen
geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben
zu stellen.

  (3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in
60 Minuten durchgeführt werden können.

  (4) Die Fachkunde ist nach 90 Minuten zu beenden.

                           Werkstoffkunde

  § 7. (1) Die Werkstoffkunde hat die stichwortartige Durchführung je
einer Aufgabe aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:
  a) Bau- und Hilfsstoffe und deren Lagerung, auch unter
     Berücksichtigung schädlicher Einflüsse,
  b) Schalungsmaterialien,
  c) Bewehrungsmaterialien,
  d) Mörtelarten,
  e) Betonherstellung, Betonverarbeitung und Betonnachbehandlung,
  f) Grundlagen der Materialprüfung.

  (2) Die Werkstoffkunde kann auch in programmierter Form mit
Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich
sechs Aufgaben zu stellen.

  (3) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in
60 Minuten durchgeführt werden können.

  (4) Die Werkstoffkunde ist nach 90 Minuten zu beenden.

                        Wiederholungsprüfung

  § 8. (1) Die Lehrabschlußprüfung kann wiederholt werden.

  (2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit ,,nichtgenügend'' bewertet
wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit ,,nichtgenügend''
bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in
diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an
Fertigkeiten und Kenntnissen festzulegen, wann innerhalb des
Zeitraums von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen
Lehrabschlußprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt
werden kann.

  (3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit ,,nichtgenügend'' bewertet
wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann
die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der
nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung abgelegt werden.

                            Zusatzprüfung

  § 9. (1) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung in den
Lehrberufen Betonwarenerzeuger, Maurer, Wärme-, Kälte- und
Schallisolierer oder Zimmerer kann eine Zusatzprüfung im Lehrberuf
Schalungsbauer abgelegt werden. Diese hat die Gegenstände
,,Prüfarbeit'' und ,,Fachgespräch'' zu umfassen. Für diese
Zusatzprüfung gelten die §§ 2, 3, 8 und 10.

  (2) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf
Betonbauer kann bis 31. Dezember 1995 eine Zusatzprüfung im Lehrberuf
Schalungsbauer abgelegt werden. Diese hat den Gegenstand
,,Fachgespräch'' zu umfassen. Für diese Zusatzprüfung gelten die
§§ 3, 8 und 10.

                         Schlußbestimmungen

  § 10. Auf die Durchführung der Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf
Schalungsbauer ist im übrigen die Verordnung BGBl. Nr. 170/1974 in
geltender Fassung anzuwenden.

  § 11. (1) Diese Verordung tritt mit 1. September 1988 in Kraft.

  (2) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf
Betonbauer, Verordnung BGBl. Nr. 262/1974, in der Fassung der
Verordnung BGBl. Nr. 183/1982 (Art. IV) tritt mit Ablauf des
31. Dezember 1990 außer Kraft.

                                Graf